Die Familie Mititzky ist eines der ältesten und angesehensten Adelsgeschlechter des Komitats Trentschin im historischen Oberungarn (heute Slowakei). Die Abstammung ist tief im Dorf Nemes-Mitic (in alten Dokumenten als Mitta oder Mytha bekannt) verwurzelt, wo die Familie bereits 1269 als Landbesitzer verzeichnet ist. Ihr Ansehen wurde 1464 bestätigt, als König Matthias Corvinus dem Vorfahren Prokop de Mytha das Gut Jastrabie verlieh. Die königliche Urkunde hielt fest, dass diese Ehre eine Belohnung für Prokops Verdienste war, die er durch das „Vergießen seines Blutes“ im Dienste der Krone erworben hatte, damit wurde der Grundstein für die militärische Tradition der Familie gelegt.
Zu Beginn des 16. Jahrhunderts, um 1520, weitete die Familie ihren Einfluss über den Stammsitz hinaus aus. Durch Landtauschgeschäfte, die von Prokop, Mátyás und György verwaltet wurden, verlagerte sich der Schwerpunkt auf weitere Güter, darunter Alsó-Klobusicz, Vaszká und Szkala-Ujfalu. In der zweiten Hälfte des Jahrhunderts wandelte sich der Name von der alten Form „de Mytha“ zum Familiennamen „Mitticzky“. Dabei bewahrte sich die Familie ihren Ruf für kluge Verwaltung und treue Dienste. Im Laufe der Jahre veränderte sich die Schreibweise weiter, bis sie schließlich die heutige Form annahm: Mititzky.
Im August 1552 kämpfte Kristóf Roson aus einem verwandten Zweig der Familie als Kavalleriekommandant bei der Belagerung von Fülek gegen die Türken. Später, im 17. Jahrhundert, machte sich Miklós als königlicher Dreißigstamtmann einen Namen. Als engagierter Anhänger der Gegenreformation griff Miklós mit zweihundert Soldaten in die Religionsstreitigkeiten von Trentschin (Trencsén) ein: Er setzte erfolgreich einen katholischen Priester wieder in sein Amt ein und schleuste heimlich Jesuiten in die Stadt.
Die Treue und die Dienste der Familie wurden am 6. März 1625 von König Ferdinand II. offiziell anerkannt. Der Herrscher bestätigte den Adel von Miklós, seinem Bruder Mihály und seiner Schwester Borbála und verlieh ihnen ein Wappen, das in beiderlei Geschlecht (utriusque sexus) vererbbar war. Das Wappen spiegelt die doppelte Natur der Familie wider: Stärke und Aufopferung. In den blauen Feldern des gevierten Schildes ist je ein goldener, aufrechter Löwe zu sehen, der drei Pfeile in den Pranken hält und so die Kampfbereitschaft symbolisiert. In den roten Feldern auf einem grünen Hügel befindet sich ein Pelikan, der seine Jungen mit dem eigenen Blut nährt, ein traditionelles Symbol für Frömmigkeit und Opferbereitschaft.
Neben dem offiziellen Dienst haben die Familienarchive auch einige besondere persönliche Geschichten bewahrt. Miklós, der königliche Dreißigstamtmann, stand angeblich in so hoher Gunst beim König, dass er sich bedeutende Privilegien sichern konnte – eine Notwendigkeit, da ihm vier Söhne und dreizehn (!) Töchter geboren wurden. Der wohl dramatischste Vorfall ereignete sich mit Ilona. Nach einer Ohnmacht in Trentschin (Trencsén) hielt man sie für tot und bahrte sie bereits auf. Ihr Leben wurde nur durch einen Zufall gerettet: Eine Wachskerze neben der Bahre fiel um und verbrannte sie. Durch den Schmerz kam Ilona wieder zu sich und entging so der Beerdigung.
In späteren Zeiten prägten Eheschließungen mit Familien österreichischer und deutscher Herkunft sowie das Leben in den damals überwiegend deutschsprachigen Städten Nordwestungarns die Familie. Durch dieses kulturelle Umfeld wurden die deutsche Sprache und Kultur zu einem festen Bestandteil der familiären Identität, die bis heute gepflegt wird.
Quellen (in ungarischer Sprache):
A Mititzky Család Története (Die Geschichte der Familie Mititzky; verschiedene Autoren)
Csánki Dezső: Magyarország történelmi földrajza a Hunyadiak korában, IV. kötet, Trencsén vármegye: Főbb birtokosai (Historische Geografie Ungarns im Zeitalter der Hunyadis, Bd. IV, Komitat Trentschin: Die wichtigsten Grundbesitzer)
Nagy Iván: Magyarország családai, VII. kötet, Mitticzky család (Die Familien Ungarns, Bd. VII, Die Familie Mitticzky)